Fast Fashion, schnelllebige Mode (twohearts by trigema )

Stickige, überfüllte Läden, ein Chemikaliengestank liegt in der Luft und überall liegen Berge von zerknitterten T-Shirts. Doch der Laden platzt aus allen Nähten, billig ist die Devise, so viel und so billig wie möglich, das ist das Ziel. Wegwerfmode und Fast Fashion ist das Stichwort.

T-Shirts für 3 Euro, Jeans-Hosen für 8 Euro, das Billig-Konzept der Textilindustrie geht auf und wird von einigen Anbietern auf die Spitze getrieben. Gespart wird überall, nur nicht dort, wo es wichtig wäre. Umweltauflagen werden vernachlässigt und Arbeiter werden ausgebeutet. Made in China, Made in Bangladesch, Made in Kambodscha steht auf den Etiketten und wir alle wissen, was das bedeutet. All das geht auf die Kosten der Näher in den Billig-Nähstuben der Welt, die das mit menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bezahlen müssen. Hungerlöhne, marode Fabriken und Arbeitsrechtverletzungen sind die Regel.

Rechtfertigt ein T-Shirt für 3 Euro also Ausbeutung und Umweltverschmutzung höchsten Grades? Es scheint als wäre jegliche Moral vergessen, sobald es sich um Billigkleidung handelt. Denn mit dem Kauf solcher Kleidung tragen wir zu diesem Leid bei.

Wie kommen diese Preise nun zu Stande? Verzicht ist das Stichwort der Billigketten. Verzicht auf Umweltauflagen, Verzicht auf ordentliche Entlohnung, Verzicht auf Arbeitsschutzgesetze und Missachtung der Textilarbeiter durch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen.

Doch wieso gibt es diese Billigproduzenten, wenn ihre Produkte so unmoralisch sind?
Ganz einfach, die Menschen kaufen, sie kaufen in Massen. Würde keiner mehr bei diesen besagten Billiglabeln kaufen, dann wären sie innerhalb kürzester Zeit nicht mehr präsent. Doch die Realität sieht anders aus. Jahr für Jahr werden Rekordumsätze erzielt und durch jeden einzelnen Kauf werden die Billigketten der Welt bestärkt. Den Preis dafür bezahlen andere.

 

Konsumverhalten

Nicht nur Fast Food ist in unserer heutigen Gesellschaft präsent, auch Fast Fashion ist mittlerweile fest verankert. Genau wie Lebensmittel ist die Kleidung etwas, das dem Menschen am nächsten kommt. Das eine isst er und das andere trägt er auf seiner Haut. Jeder weiß, Fast Food ist billig, nicht besonders hochwertig und viele Menschen bereuen später ihren Kauf. So oder so ähnlich verhält es sich auch mit Fast Fashion.

Denn der Massenkomsum hat drastische Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Menschen. Jeder Deutsche kauft im Schnitt 5 neue Kleidungsstücke im Monat, das sind 60 Teile pro Jahr. Gleichzeitig werden in Deutschland mehr als eine Tonne Altkleider pro Jahr entsorgt. Es geht um den Drang, das Neue durch das Neueste zu ersetzen. Fast Fashion, Mode deren Haltbarkeit nicht mehr als ein paar Monate beträgt. Gerade bei Billiglabels erscheinen mittlerweile schon 12 Kollektionen im Jahr, Fast Fashion steht daher für Billiglabels und kurzfristige Trends. Und diese Massenproduktion verursacht schwerwiegende Folgen für unsere Umwelt.

 

Die Reise eines T-Shirts

Bis ein T-Shirt in den Einkaufszentren zum Kauf erscheint, hat es heutzutage schon eine halbe Weltreise hinter sich. Wir haben einmal den Weg eines TRIGEMA T-Shirts mit einem T-Shirt von anderen Produzenten verglichen. Ein gewöhnliches T-Shirt hat seinen Ursprung in den USA. In Virginia befinden sich riesige Baumwollplantagen.
Wurde die Baumwolle geerntet und gereinigt, wird sie einmal quer durch die USA nach Kalifornien transportiert, wo sie auf Containerschiffe verladen wird. Das Containerschiff fährt etwa 10.000 km in die Türkei, wo die Baumwolle zu Faden gesponnen wird. Dabei entsteht das Garn. Von der Türkei geht es in das 8.000 km entfernte Taiwan. Dort produziert man mit Hilfe von Strickmaschinen aus dem Garn den Stoff, der wiederum als Stoffballen auf ein Containerschiff verladen wird. Nach 2.000 km erreicht das Schiff China. In den chinesischen Textilfabriken werden unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen und geringsten Löhnen die Stoffe beispielsweise zu einem T-Shirt oder einem Poloshirt verarbeitet.
Das fertige Produkt wird wieder auf ein Containerschiff gebracht und 7.000 km nach Deutschland gefahren. Das T-Shirt hat nun schon eine Reise von unglaublichen 27.500 km hinter sich, bis es in Deutschland ankommt.

Ein T-Shirt von der Firma TRIGEMA macht nicht annähernd eine so lange Reise durch die Welt. Da wir ausschließlich in Deutschland produzieren, beziehen wir nur die Baumwolle aus der Türkei (Entfernung ca. 2.300 km) oder Griechenland (1.600 km).

Weg eines T-Shirts - Fast Fashion

 

Wir müssen lernen umzudenken

Die Transportwege sind definitiv zu lang und der verursachte CO-2 Ausstoß ist viel zu hoch, um ein Kleidungsstück nur für wenige Monate zu tragen. Der einzige Weg besteht darin, unser Konsumverhalten zu ändern. Wir müssen anfangen weniger, dafür aber bewusster zu kaufen. Die Folge von Masseneinkäufen sind Schrankhüter, Kleider die man nie wieder anzieht und die nur gekauft wurden, weil sie billig oder für kurze Zeit modern waren.

Doch ein Umbruch ist erkennbar. Mittlerweile macht sich fast die Hälfte der Verbraucher in Deutschland über faire Produkte Gedanken, vor allem bei Lebensmitteln. Das ergab eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg. Doch gilt das auch für Bekleidung? Dort ist die Zahl der Billigkäufe noch immer sehr hoch. Allerdings verzeichnen wir seit einigen Jahren ein steigendes Verbraucherinteresse nach fairer und nachhaltiger Kleidung. Immer mehr Menschen kaufen „saubere“ Kleidung, der Trend entwickelt sich also langsam weg von Billigkleidung und hin zur qualitativ hochwertigen Mode.

 

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